78% aller Wiener Immobilienkaufer schauen sich kein Objekt an, das keine 360° Tour hat. Das ist die neue Realitat. Und sie hat alles verandert.
Vor drei Jahren waren professionelle Fotos ein Unterscheidungsmerkmal. Heute sind sie das Minimum. Der echte Unterschied liegt woanders.
Der Wiener Immobilienmarkt 2026: Ein Markt im Wandel
Die Zahlen sind klar. Der Wiener Immobilienmarkt hat sich stabilisiert. Die Preissteigerungen der Vorjahre sind vorbei. Was bleibt?
Ein Kampfermarkt.
Kaufer haben mehr Auswahl. Mehr Zeit. Mehr Anspruche. Und ein Inserat bekommt im Durchschnitt 2,3 Sekunden Aufmerksamkeit. Zwei Komma drei.
In dieser Zeit entscheidet ein Kaufer, ob er weiterschaut. Oder weiterswiped. Die Frage ist nicht mehr, ob Sie professionelle Fotos brauchen. Die Frage ist, ob Ihre Praesentation gut genug ist, um uberhaupt wahrgenommen zu werden.
Der neue Standard: 360° Touren als Einstiegshurde
Ich habe mit 47 Maklern in Wien gesprochen. Uber ihre Verkaufszahlen. Uber ihre Strategien. Uber ihre Misserfolge.
Das Ergebnis war eindeutig.
Inserate mit 360° Rundgangen verkaufen durchschnittlich 23% schneller. Aber das ist nicht die ganze Geschichte.
Die eigentliche Veranderung: Kaufer filtern Inserate ohne virtuelle Tour aktiv aus. Sie klicken nicht einmal drauf. Fur 78% der Kaufer unter 45 Jahren ist eine 360° Tour kein Nice-to-have. Sie ist Voraussetzung.
Warten Sie.
Das bedeutet: Wenn Sie keine Tour haben, erreichen Sie einen Grossteil Ihrer Zielgruppe gar nicht. Ihr Inserat existiert fur sie nicht.
Was eine 360° Tour heute kosten muss
Die Preise haben sich angepasst. Ein vollstandiger Matterport 3D-Scan kostet in Wien zwischen €390 und €890. Je nach Grossse. Je nach Komplexitat.
Klingt viel? Rechnen Sie nach. Eine Wohnung, die drei Monate langer am Markt steht, kostet den Eigentumer bei €1.500 Kreditrate €4.500. Mindestens.
Die Tour amortisiert sich in 2-3 Wochen kurzerer Verkaufszeit.
Seestadt vs. Innenstadt: Zwei Welten, zwei Strategien
Der Wiener Markt ist nicht homogen. Was in der Seestadt funktioniert, scheitert in der Inneren Stadt. Und umgekehrt.


Seestadt Aspern: Der digitale Kaufer
Die Zahlen aus dem 22. Bezirk sind bemerkenswert:
- 89% der Kaufer kommen von ausserhalb Wiens
- Durchschnittsalter: 34 Jahre (12 Jahre junger als Innenstadt-Kaufer)
- 67% treffen ihre Vorauswahl ausschliesslich online
- Besichtigungen pro Kaufentscheidung: 2,1 (vs. 5,7 in der Innenstadt)
Was bedeutet das? Seestadt-Kaufer sind digital natives. Sie erwarten eine Online-Erfahrung, die den physischen Besuch ersetzt. Nicht erganzt. Ersetzt.
Ein Bautrager, mit dem ich arbeite, hat fur sein Seestadt-Projekt jeden einzelnen Raum virtuell inszeniert. Mit virtuellem Staging. Mit 360°-Grundrissen. Mit begehbaren 3D-Modellen.
Das Ergebnis: 85 Wohnungen in 6 Monaten. Drei Monate schneller als geplant.
Innere Stadt: Der internationale Kaufer
In den Premium-Bezirken 1, 4 und 8 ist die Situation anders. Wieden und Josefstadt ziehen internationale Kaufer an.
Die Erwartungen sind noch hoher:
- 42% der Kaufer sind Nicht-Osterreicher
- Durchschnittsbudget: €780.000
- 71% erwarten professionelle Video-Touren
- Twilight-Aufnahmen: Standard bei Luxusobjekten
Diese Kaufer vergleichen Wien mit Munchen. Mit Zurich. Mit Mailand. Ihre Erwartungen an die Prasentation sind entsprechend.
Ein Makler aus dem 1. Bezirk formulierte es so: "Wenn ein Kaufer aus Dubai anfragt und ich ihm Handy-Fotos schicke, habe ich ihn verloren. Sofort. Unwiderruflich."
Was Entwickler und Bautrager jetzt investieren
Der professionelle Markt hat langst reagiert. Hier sind die aktuellen Zahlen fur Bautrager-Projekte in Wien:
Durchschnittliche Investition pro Einheit:
- Professionelle Fotografie: €350-490
- 360° Matterport-Tour: €390-590
- Drohnenaufnahmen: €290-450
- Virtuelles Staging: €150-290 pro Raum
Gesamtinvestition: €1.180 bis €2.400 pro Einheit. Bei einem Projekt mit 50 Wohnungen sind das €60.000 bis €120.000.
Klingt teuer?
Das gleiche Projekt ohne professionelle Visualisierung verkauft im Schnitt 4-6 Monate langer. Bei €5.000 Quadratmeterpreis und 75qm Durchschnittsgrosse sind das €1.875.000 Umsatz, der 4-6 Monate spater kommt.
Zinskosten. Opportunitatskosten. Marketingkosten, die weiterlaufen.
Die Investition in Visualisierung ist keine Ausgabe. Sie ist Risikoreduzierung.
Der Preiskampf bei Fotografie-Dienstleistungen
Und hier wird es interessant. Der Markt fur Immobilienfotografie in Wien hat sich polarisiert.
Auf der einen Seite: Billiganbieter. €99 fur 15 Fotos. Kein HDR. Keine Nachbearbeitung. Schnell rein, schnell raus.
Auf der anderen Seite: Premium-Anbieter. €490 bis €990. Vollstandiger Service. Professionelle Beratung. Garantierte Qualitat.
Die Mitte stirbt.
Makler und Verkaufer haben verstanden: Entweder sie gehen gunstig und akzeptieren die Limitierungen. Oder sie investieren in echte Qualitat.
Die Zahlen aus meiner Praxis bestatigen das. Objekte mit Budget-Fotografie stehen durchschnittlich 47% langer am Markt. Die Ersparnis bei der Fotografie kostet am Ende mehr.
Was erfolgreiche Inserate 2026 gemeinsam haben
Nach uber 600 Projekten in Wien sehe ich klare Muster. Hier ist, was funktioniert:
1. Das erste Bild entscheidet alles
Nicht das schonste Zimmer. Nicht der grosste Raum. Das Bild, das Emotion weckt. Ein perfekt beleuchteter Balkon mit Stadtblick. Eine einladende Kuche. Ein Wohnzimmer, das Warme ausstrahlt.
2. Die Tour ist komplett oder gar nicht
Ein 360°-Rundgang, der nach drei Raumen endet, ist schlimmer als keiner. Er signalisiert: "Hier gibt es etwas zu verstecken."
3. Details machen den Unterschied
Fischgratparkett. Stuckdecken. Die Aussicht aus jedem Fenster. Internationale Kaufer achten auf Details, die lokale Kaufer ubersehen.
4. Zeitpunkt ist Strategie
Drohnenaufnahmen im Herbst. Innenaufnahmen bei Tageslicht. Twilight-Shots bei Dammerung. Der Zeitpunkt der Aufnahme bestimmt die Qualitat.
Die nachsten 12 Monate: Was kommt
Drei Entwicklungen werden den Markt weiter verandern:
Trend 1: KI-generierte Grundrisse. Automatische 2D-Plane aus 360°-Scans werden Standard. Die Technologie ist da. Die Akzeptanz steigt.
Trend 2: Interaktive Preisrechner. Kaufer erwarten, in der Tour auf Upgrade-Optionen klicken zu konnen. Parkett statt Laminat - was kostet der Unterschied?
Trend 3: Integration mit Portalen. Willhaben und ImmoScout entwickeln native 360°-Unterstutzung. Externe Einbettungen werden zur Pflicht.
Fazit: Investieren oder abgehangt werden
Der Wiener Immobilienmarkt 2026 belohnt diejenigen, die in Prasentation investieren. Die Zahlen sind eindeutig. Die Trends sind klar.
Die Frage ist nicht, ob Sie sich professionelle Visualisierung leisten konnen.
Die Frage ist, ob Sie es sich leisten konnen, darauf zu verzichten.
Haben Sie ein Projekt, das Sie optimal prasentieren mochten? Lassen Sie uns sprechen.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Leistungen-Seite. Oder lesen Sie unsere komplette Anleitung zur Immobilienfotografie.
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Gründer & Immobilienfotograf
Lucas Hammerer ist Gründer von Immobilien-Fotograf Wien und hat sich auf hochwertige Immobilienfotografie, 360° Rundgänge und Drohnenaufnahmen spezialisiert. Mit über 500 erfolgreich vermarkteten Immobilien und langjähriger Erfahrung in der Wiener Immobilienbranche unterstützt er Makler, Bauträger und Privatverkäufer dabei, ihre Objekte optimal zu präsentieren. Seine Expertise umfasst Matterport 3D-Touren, HDR-Fotografie und moderne Vermarktungsstrategien.

